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Schwarz – Weiß …

Schwarz – Weiß … 23. Mai 20184 Comments

Wenn ich so durch Instagram scrolle, merke ich, dass sich etwas verändert. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich all dem, was ich da so lese und sehe, auch Glauben schenken darf/soll. Ich bin – was die verschiedenen Darstellungen der eigenen Person, insbesondere auf Instagram, angeht – skeptisch. Das habt ihr ja auch schon mitbekommen 😉 Denn seit ich hier auch als Beobachterin unterwegs bin, ist mir sehr oft ein und dasselbe Phänomen deutlich geworden: wenn Leute/BloggerInnen merken, dass ein bestimmtes Thema besonders gut bei den LeserInnen des Konkurrenzblogs ankommt, wird dieses auch automatisch in den eigenen Blog integriert, verarbeitet, veröffentlicht und letztendlich ausgeschlachtet. Es wird dann gerne so getan, als wäre man der/die ErfinderIn dieser Idee. Derzeit habe ich den Eindruck, es kehren plötzlich alle die dunkelsten Seiten ihres Lebens nach außen. Ja, ich habe das auch getan – aber ich schreibe meine Texte aus einer Emotion heraus. Nutze mein Journal als das, wofür ein Blog ursprünglich stand – ein öffentliches, virtuelles Tagebuch. Ich kann euch jedoch versichern, dass ich keinen einzigen Beitrag aus dem Grund heraus geschrieben habe, schreibe oder schreiben werde, weil ich mir denke, dass ich dadurch mehr LeserInnen generiere oder es meine KollegInnen thematisieren und ich mir denke, “jawoiii, auf den Zug springe ich auch auf”. Hätte ich erfolgreich werden wollen, hätte ich das eher so machen sollen 😉 Und bevor ein falscher Eindruck entsteht: ich will mich hier keinesfalls in ein besseres Licht rücken, denn ich habe bestimmt auch schon Beiträge veröffentlicht, deren Ansatz genau dieser war (ganz zu Beginn meiner „Karriere“). Doch da wusste ich es eben noch nicht besser und ich habe daraus gelernt, würde es auf keinen Fall mehr so machen. Eh scho wissen – wegen der Authentizität warads gwesn.

Gut, wie dem auch sei… derzeit kommt mir auf alle Fälle vor, dass die Tendenz dahingehend steigt, dass sich sehr viele Personen auf Istagram als möglichst echt verkaufen möchten. Als nahbar, indem die schweren Zeiten der Vergangenheit thematisiert werden. Und genau das empfinde ich schon wieder als ein wenig künstlich, angestrengt – eigentlich genau das Gegenteil von echt. Eh kloa – jeder von uns trägt sein Packerl, manche auch mehrere, mit sich herum. Jeder hat dunkle Seiten & Momente, die einen immer wieder einholen und herausfordern. Ich habe auch nichts dagegen einzuwenden, diese Themen in Form eines Blogposts aufzugreifen – ganz im Gegenteil. Ich habe ja selbst nichts anderes getan. Ich finde es grossartig, dass gewisse Themen gesellschaftsfähig gemacht werden – dann nichts anderes sollten sie sein. Und tatsächlich sind weitaus mehr Menschen mit einer derartigen Narbe versehen, als es vielleicht den Anschein macht. Was mich allerdings massiv stört ist die Tatsache, dass es auch hier wieder nur darum geht, wie man am besten ganz viele Menschen auf einmal zu den eigenen Nutzen, für den eigenen Kanal, erreichen kann. Klar, Bloggen ist ja mittlerweile auch ein Beruf – da wäre es traurig, wenn man nicht gewinnbringend denkt und agiert (so wie ich das eben nicht kann, hahaha). Dann könnte man es, auf Deutsch gesagt, auch gleich bleiben lassen. Doch ich persönlich empfinde, dass gerade Themen wie Depression, Selbsthass, Burnout, schlimme Erfahrungen aller Art, mit Vorsicht zu behandeln sind. Denn jeder Mensch, der auch nur ein Mal in seinem Leben unter derartigen Problemen leiden musste oder muss, weiß, WIE schwer es tatsächlich ist, diesen Kampf zu gewinnen, dieses Monster zu besiegen. Wenn nun aber jeder Blogger/Influencer/wie auch immer man sie bezeichnen möchte hergeht und diese heiklen Themen zu seinen/ihren Gunsten ausschlachtet, dann befürchte ich, dass es zu einer Verharmlosung, einer Desensibilisierung dieser höchst komplexen innermenschlichen Prozesse & Traumata kommen kann. Es wird für Menschen, die wirklich schwer krank sind, immer schwieriger, ernst genommen zu werden. Denn durch das Ausschlachten dieser Themen hat dann quasi eh jeder irgendwas – ois hoib so wüd!

Darüber hinaus habe ich oft das Gefühl, dass sich viele Personen, die ihr Leben mit der Öffentlichkeit teilen, darstellen, als würden sie über ihren Followern stehen, in Form von Sätzen wie “wir sind auch nur Menschen, wo das Leben sich nicht ausschließlich von seiner Sonnenseite zeigt”. Da frage ich mich, wie man dazu kommt, sich über andere zu stellen wie so ein Wunderwuzi?! Erstens Mal sind wir nicht nur Menschen – sondern jeder einzelene Mensch ist hier, um sein Werk zu vollbringen. Ob es in dem Ausmaß, wie man es sich selbst vorstellt, auch aufgeht, ist eine andere Frage. Doch niemand ist grundlos hier. Niemand ist besser oder schlechter, mehr oder minder! Daher empfinde ich dieses Bindewort als höchst unangebracht. Des Weiteren bin ich der Meinung, dass es ein Denken ausschließlich in Schwarz und Weiß darstellt. Entweder alles ist tiptop, oder aber ganz furchtbar. All das, was zwischen den Höhen und Tiefen passiert, wird ausgeklammert. Doch genau das sind jene Phasen, in welchen wir uns weiterentwickeln, da wir das Erlebte verarbeiten, interpretieren und unsere Schlüsse daraus ziehen. Wie ich oben bereits geschildert habe: ich würde einige Dinge, die ich am Anfang hier in meinem Journal, damals noch Blog, gemacht habe, auf keinen Fall wieder so handhaben! Doch ich bin sehr froh, dass ich sie genau so gemacht habe, denn daraus konnte ich viel Neues lernen!

Tja, und passend zu diesem Schwarz-Weiß-Denken habe ich für den heutigen Beitrag mein Outfit gewählt. Dieses Denken vieler Menschen bringt mich an ein paar, für mich, zentrale Fragen: wer bestimmt, wie man sich kleidet? Warum bestimmten manche Menschen überhaupt darüber, was andere tragen oder nicht tragen sollen/dürfen? Wer nimmt sich das Recht heraus zu urteilen, was man in Kombination tragen darf und was nicht? Wer entscheidet, ob ein Outfit angebracht ist oder nicht? Leider tun genau das viel zu viele Menschen! Sie urteilen, werden gemein, lachen andere aus, stellen sich über sie. Und dann ziehen auch schon die Nächsten mit (wie weiter oben bereits erläutert – weil man das einfach so macht) und – so schnell kann man gar nicht schauen – entsteht eine Eigendynamik, die mich manchmal wahrhaftig an der Intelligenz der Menschheit zweifeln lässt. Mir persönlich ist es schon oft passiert, dass ich komisch angesehen oder ausgelacht wurde. Und am liebsten würde ich in solchen Situationen zu eben jenen Menschen hingehen und sie fragen “rege ich mich darüber auf, dass du so langweilig gekleidet bist?”. Tue ich aber nicht, denn jeder Mensch soll das tragen, worin er/sie sich wohlfühlt – DAS ist Mode! Und irgendwie fasziniert es mich ja auch, dass manche Menschen offenbar nichts anderes in ihrem Leben zu tun haben und ein Outfit doch tatsächlich so viel Aufmerksamkeit auf sich lenken kann. Manche lenkt möglicherweise genau diese Situation von ihren Sorgen ab, also tue ich damit ja eigentlich nur etwas Gutes 🙈.

So – ich möchte nun auch gar nicht mehr zu viele Worte verlieren. Es würde mich aber wahnsinnig interessieren, wie ihr diese ganze Thematik empfindet! Übertreibe ich? Bin ich zu kritisch? Fällt es mir möglicherweise stärker auf, da ich mich selbst mit diesen Themen einfach generell viel und oft beschäftige?
Ihr könnt mir wirklich gerne EURE ehrliche Meinung hinterlassen – Worte, die mir wieder neue Ansichtsweisen ermöglichen. Das würde mich besonders freuen ♥

Habt einen fantastischen Tag, ihr Lieben!

☆ bun_themup ☆

Outfit-Details:
Sonnenbrille 2nd Hand
Oversize Hemd ASOS
Hose ADIDAS ORIGINALS
Ankle Cuffs PRETTYLITTLETHING
Pantoletten ZALANDO

4 comments

  1. Yes , ein sehr erfrischender Beitrag . Das siehst du meiner Meinung nach ziemlich richtig – mir gehen von den besagten auch mittlerweile 50 Prozent so auf den Sack , dass ich sie schlicht nicht mehr angucken kann . Ich finde es herrlich , wenn mal jemand nicht das ponyhof Life erzählt , aber dann auch bitte so , dass ich das ganze auch ernst nehmen kann – immerhin sind viele der angesprochen Schattenseiten- erste Themen .

    ABER Deine Look immer Hammer , immer einzigartig – immer gern gesehen 😉

    Love , Tascha
    http://www.taschasdailyattitude.com

    1. Hallo, meine Süsse und 1000 Danke für deinen lieben Kommentar!
      Ich habe nicht auf dich vergessen, war nur mit technischen Dingen beschäftigt, weshalb ich noch nicht antworten konnte!
      Ich sehe es wie du – solche Themen gehören aus der Tiefe angesprochen und nicht, weil sie vielleicht hohe Reichweite erzielen.

      Danke für die lieben Worte zu meinen Looks – ich freue mich UNHEIMLICH ❤️❤️❤️❤️❤️

      Ganz liebe Grüße,
      Ms Bunthemup

  2. Toller, toller artikel!
    Das outfit ist der hammer und passt Dir so mega gut! Finde es mega wie dir deine kombis immer passen und sie sehen so gut aus, weil du eben diese „auffälligeren“ outfits einfach authentisch trägst !
    Taugt mir sehr !!

    Deinen kritischen blick auf die thematik der darlegung von den eigenen „schattenseiten“ an die öffentlichkeit finde ich spitzenmäßig. Cool, dass du das aufgegriffen hast und ich muss dir wirklich zustimmen!
    Ich find auch gut, dass leute offen sprechen und mehr transparenz zu leuten entsteht, die in der öffentlichkeit stehen, besonders, weil man ja versucht sich in einer art und weise mit ihnen ab und an zu identifizieren; jedoch wie dus angesprochen hast, findet durch die meist „seicht“-rübergebrachte schilderung schnell zu einer desensibilisierung und abwertung von wirklich ernst zu nehmenden themen und den problematiken, die damit entstehen und nach sich ziehen!

    Danke, dass du das zum thema gemacht hast, find ich spitze! 🙂

    Alles liebe, marie

    1. Meine liebe, schöne Marie,

      1000 Dank, dass du dir extra die Zeit genommen hast, dir meinen Beitrag durchzulesen!!
      Ich fand deine Zeilen sehr schön, inspirierend und es freut mich, dass du so auf das Thema an sich eingegangen bist ♥

      Ich drück dich fest und freue mich auch auf deinen nächsten Post!

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