ShowInSlider Wanderlust

Planlos…

Planlos… 24. Juni 20182 Comments

Hm, jetzt habe ich hier schon lange nichts mehr geschrieben… Derzeit habe ich irgendwie auch nichts zu sagen. Woran das liegt? Ich habe eine Vermutung. Als ich damals meine Website und demzufolge den Blog in’s Leben gerufen habe, wollte ich damit erfolgreich sein. Erfolgreich im Sinne von, es wie eine ConstantlyK oder eine Marina The Moss schaffen, damit meine Brötchen zu verdienen. Und zwar mit dem, was mir die meiste Freude – abgesehen von meinem grossartigen Mandl und meinem Nilsi, die einfach mein Lebensinhalt sind – bereitet, der Mode. Zu diesem Zeitpunkt war ich erst kurze Zeit auf Instagram. Ich wusste nicht viel über diese App und schon gar nicht, dass ich einfach tatsächlich wahnsinnig spät dran bin. Im Laufe der Zeit hat sich dann sehr schnell herauskristallisiert, dass mein mir so schön und bunt ausgemaltes Ziel in unerreichbare Ferne rutschte – in jeder Sekunde, in der ich mich auf Instagram aufhielt. Tja, und so kam es dazu, dass ich dieses Ziel – etwas, wo ich darauf hinarbeiten konnte – sich immer mehr verschob. Bis es jetzt so weit gekommen ist, dass dieses Ziel nicht mehr existiert. Denn eines ist mir klar geworden: ich möchte mich niemals für eine Marke, ein Unternehmen, verkaufen, um euch da draussen zu beeinflussen. Und nichts anderes ist der Job eines Bloggers/einer Bloggerin. Menschen zu beeinflussen, sie dazu zu bringen, das Gezeigte zu erwerben – was auch immer es sein mag. Irgendwelche unleistbaren Produkte in die Kamera zu halten und zu sagen “mit dem Code XY bekommt ihr 20% auf ein Produkt eurer Wahl”. Oder diese abretausenden Gewinnspiele, wo man liken, verlinken, kommentieren und folgen soll, damit man dann im Endeffekt irgendein Goodie bekommt, das der/die BloggerIn selbst gar nicht mehr brauchen kann. Diese ständige moderne Erpressung “wenn du das und das und das machst, bekommst du auch etwas dafür”. Zumindest empfinde ich es so und das schmeckt mir einfach gar nicht. Zudem verstehe ich auch nicht, warum die meisten Firmen so ungeschicktes Marketing betreiben und immer ein und dieselben Personen als Plattform für die Bewerbung ihrer Produkte missbrauchen und man diese somit mittlerweile leider nicht mehr ernst nehmen kann – da man sie überall und wirklich für jedes Scheiß-Produkt werbend irgendwo sieht. Denke nur ich so, oder kommt euch da mittlerweile auch die Galle hoch? Mich persönlich animiert das jedenfalls nicht, mir diese Produkte kaufen zu wollen. Und ich möchte auch gar nicht für solche Firmen arbeiten. Fazit: der Beruf eines Bloggers ist offensichtlich nichts für mich. Tja, und das wirklich Blöde ist nun also, dass ich derzeit ziel – und planlos durch meine Welt tingle. Ich werde in etwas weniger als 2 Monaten 33 Jahre alt und irgendwie habe ich gerade aboslut keinen Tau, wo ich eigentlich womit hin möchte.

Jetzt, nachdem der diesjährige Urlaub vorbei und das normale, alltägliche Leben bereits in seinen Startlöchern steht, spüre ich noch viel deutlicher, dass mir diese Planlosigkeit wahrlich Kopfzerbrechen bereitet. Ich habe Angst davor, wieder in meinen Strudel der kranken Psyche hineingeraten zu können! Obwohl es mir dahingehend wirklich sehr, sehr gut geht. Aber ich hänge momentan eben wieder ein wenig in der Luft… Mehr und mehr stelle ich mir die Frage, was ich in meinem Leben erreichen möchte. Im Urlaub habe ich mein Mandl nach seinem Lebenstraum gefragt und er mich nach meinem. Einen habe ich bereits erreicht, der mir aber derzeit wieder ein wenig aus den Händen gleitet. Und zwar ist das die Zufriedenheit. Derzeit laufe ich unrund und bin eben nicht ganz so zufrieden, wie ich es noch vor kurzem war. Ich stelle mir so oft die Frage, was ich als erstes tun würde, wenn mich diese unzähligen Wenn und Abers des Lebens nicht permanent bremsen würden. Ich frage mich, was ich tun würde, wenn ich plötzlich eine hohe Summe Geld gewinnen würde. Wäre ich dann frei genug, um einfach das zu tun, was mein Herz mir sagt? Will ich so abhängig sein von Geld? Nen, will ich nicht. Aber ich für mich bin es leider auf eine gewisse Art und Weise. Denn jene Dinge, die mir Freude bereiten, bedürfen eben einer nicht allzu geringen Summe an Geld. Ich würde gerne mehr und über längere Zeiträume reisen (wer will das nicht?). Am Strand, am Meer fühle ich mich glücklich. Das liegt auch daran, dass die Menschen um einen herum viel glücklicher und sorgloser erscheinen als im “normalen” Leben. Mir hübsche Sachen zu kaufen, in denen ich mich gut und sicher fühle, kostet Geld. Doch um auf meine Lebensträume zurückzukommen, könnte es wieder so einfach sein. Der bedeutungsvollste davon lautet: mit meinem Nilsi ein Mal über einen menschenleeren Strand zu laufen. Ihm das Gefühl von weichem Sand unter seinen felligen, weichen Füßchen zu ermöglichen. Ihm und mir das Gefühl zu geben, uns beiden gehört die Welt. Mit ihm diesen besonderen Moment, dass nur wir 2 da sind und sonst niemand, zu teilen. Bei diesen Worten kommen mir die Tränen, denn ich male mir schon in Gedanken aus, wie es sein würde und dass ich dieses Erlebnis mein Leben lang in meinem Herzen tragen werde. Ich habe Angst davor, diesen Traum so lange vor mir herzuschieben, bis es nicht mehr möglich ist und dass ich dann mit einem gebrochenen Herzen da sitze und es zutiefst bereue, uns diesen Moment nicht geschenkt zu haben.

Ich bin diesem ganzen Social Media Heckmeck leider auch viel zu stark zum Opfer gefallen und das Leben rennt in Höchstgeschwindigkeit an mir vorbei. Mein Faulheit, die ich mir leider in den vergangenen 20 Jahren angeeignet habe, steht mir zudem wahnsinnig im Weg. Ich bin immer sehr schnell euphorisch, wenn es um die Umsetzung neuer Dinge geht. Doch mindestens genaus so schnell ist mir auch einfach alles zu mühsam, zu anstrengend, weshalb meine Pläne Mal für Mal einfach nur wegsterben. Wie kann es sein, dass ich es nicht auf die Kette bringe, meinen Arsch in die Höhe zu bekommen und zu LEBEN? Wie kann es sein, dass ich mich von einem Leben lenken lasse, das mir so oft gar keinen Spaß macht? Ja, das Leben ist nicht immer nur spaßig, aber sollte es nicht so sein, dass es überwiegend Spaß macht und nicht umgekehrt? Ich habe manchmal das Gefühl, ich wäre eine sieser Marionetten aus dem Puppentheater – welche an einer Schnur hängt und das tut, was ihr das Leben vorgibt zu tun. Ich funktioniere, aber ich lebe eben nicht. Ihr seht also – ich bin derzeit ein wenig durch den Wind und auf der Suche. Was genau ich suche, weiß ich leider auch gerade nicht…

Dennoch wird es weitergehen – ich weiß zwar noch nicht, wie und wohin die Reise geht, aber alles wird gut! Das wird es immer! Und aufgeben ist keine Option – niemals! Darum schwelge ich jetzt noch ein bisschen in meinen Erinnerungen an das Meer und den Strand und lasse mich einfach mal für den Moment fallen – ohne Druck und Stress lebt es sich bekanntlich viel leichter!

Eure

☆ bun_themup ☆

2 comments

  1. Mega schöner gedankeneinblick! … wie sagt man so schön, zu wissen was man nicht mag, ist auch schon viel wert! Klingt abgedroschen, ist aber so! Ich spreche aus eigener erfahrung und oftmals dachte ich mir nur, was für ein dummer spruch. Nur jetzt seh ichs von der warte, dass ich – jetzt wo ich weiß, in welche richtung ich nicht will, oder, dass die richtung garnicht so gut gepasst hat, ich mich davon lösen kann und den druck den man dabei rauslässt, so gut tun kann. Manchmal ist man vielleicht etwas überfordert, weil planlos sein nicht immer „frei & glücklichsein“ bedeutet, aber man kann die energie, die für die „falsche“ richtung verloren gegangen wäre, mobilisieren und in eine andere lenken. Und ich bin davon überzeugt, dass es nicht immer eine entgegengesetzte richtung sein muss- vl. gehört einfach mal die spur gewechselt.
    Vielleicht wird genau das benötigt, damit der kopf von dem druck freier wird, damit sich was neues entwickeln kann.
    Und vielleicht benötigt es einfach einen strandlauf mit nils.

    Alles Liebe,
    Marie.

    1. Meine wunderschöne, liebe Marie,

      1000 Dank, dass du mir so eine tolle Nachricht zukommen hast lassen und dir vor allen Dingen die Zeit genommen hast, dich mit meinem Beitrag auseinanderzusetzen ❤️ Jemand wie du, der auch so wahnsinnig viel auf seiner Seele trägt, inspiriert mich mit seinen Worten und du hast in allem, was du geschrieben hast, so recht! Danke für die Inspiration!

      Ich drück dich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.